Augen zu und durch!

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Kommentar von Christina Gschösser

 „Alles was du einmal gelernt hast, kann dir niemand mehr nehmen“, sagte mein Großvater zu mir, als ich ihm von meiner Idee erzählte, nochmals die Schulbank zu drücken und am Abendgymnasium im zweiten Anlauf meine Matura nachzuholen.

Wie wahrscheinlich bei vielen anderen Leuten fingen auch in meinem Kopf sofort die Alarmglocken an zu läuten. Schon mit der Abgabe meiner Anmeldung fürs Abendgymnasium bekam ich ein ungutes Gefühl. Schaffe ich es neben dem Beruf zu lernen, werde ich die ganze Sache auch wirklich durchziehen? Aber meine größte Angst war, dass ich vielleicht zu dumm für den Unterricht sein könnte. Dazu kamen natürlich auch noch diverse Aussagen von Freunden und Verwandten wie: „ Ja, ja die wird ewige Schülerin bleiben!“, oder: „Lass sie das nur machen, in einem Monat will sie was anderes werden.“ Doch ich glaube, genau solche Kommentare braucht man manchmal für den letzten Ansporn, und ich dachte mir dann: „Und jetzt zeig ich es ihnen erst recht!“. Schließlich war es dann endlich soweit und mein erster Schultag, den ich in meinen Gedanken mindestens ein Dutzend Mal durchgegangen war, kam. Selbstverständlich war ich sehr nervös, man kommt in eine Gruppe fremder Menschen, alles ist neu und man weiß noch nicht wirklich, was einen in den nächsten Jahren erwarten wird. Aber schon nach den ersten beiden Stunden legte sich meine Anspannung und ich bemerkte, dass selbst die von mir anfangs so gefürchteten Lehrer auch nur Menschen waren. Ganz im Gegenteil, mir erscheint es mittlerweile so, als ob man ab einem gewissen Alter den Lehrpersonen anders gegenüber treten kann und sie in vielen Punkten auch besser versteht.

Ich bin nun das zweite Jahr am Abendgymnasium und möchte euch folgende Tipps geben: Sprecht mit euren Lehrpersonen, sobald euch etwas unklar ist, denn dazu sind sie schließlich da. Und den Fernstudierenden möchte ich ans Herz legen, dass ihr eure Hausübungen immer termingerecht erledigt und zuhause mitlernt.

Anfangs wird euch der Unterricht noch recht locker vorkommen, denn die Lehrpersonen gehen davon aus, dass ihr die von ihnen vorgegebenen Aufgaben selbstständig erledigt und sie werden euch auch nicht mehr so kontrollieren, wie ihr es vielleicht aus eurer früheren Schulzeit gewohnt seid. Aber nachlässiges Arbeiten oder das Vergessen der einen oder anderen Hausübung, kann euch ganz schnell mal eine gute Note kosten.

Ich selbst habe leider diesen Fehler begangen und musste in Geographie aufgrund meiner Faulheit sogar ein Kolloquium machen. Bei einem Kolloquium muss man den gesamten Semesterstoff nachlernen und eine Prüfung über das Gelernte ablegen. Im Endeffekt hat man dann die doppelte Arbeit durch eine weitere Prüfung und zusätzlichen unnötigen Stress. Also nehmt euch meinen Rat zu Herzen und macht eure Arbeiten!

Abschließend kann ich euch nur sagen: „Seid mutig und versucht es!“ Denn gerade in der heutigen Zeit, in der Bildung so wichtig ist, wäre es doch schade, wenn ihr diese Chance nicht nutzen würdet.
Christina Gschösser 4S    WS 2011/12