Immer mehr Menschen arbeiten am Computer. Und das hat negative Folgen
für die Gesundheit. Bewegungslosigkeit und monotone Tätigkeiten führen
sogar zu speziellen Computererkrankungen. Das muss jedoch nicht sein.
Die Ergonomie (Wissenschaft von der Anpassung der Arbeit an den Menschen)
eines solchen Arbeitsplatzes zu berücksichtigen, kann durchaus eine
höhere Produktivität erbringen als der Einsatz eines noch
schnelleren Computers
Gesünder arbeiten
Egal ob im Büro oder zu hause. Schon mit wenigen Veränderungen
lässt sich der Bildschirmarbeitsplatz gesünder gestalten.
1. Stellen Sie Ihren Monitor richtig auf.
Beim Aufstellen Ihres Monitors ist folgendes zu beachten:
Stellen Sie Schreibtisch und Monitor so auf, daß sie parallel
zum Fenster stehen. Dabei schaut der Monitor natürlich ins Zimmer
hinein. Reflexionen durch einfallendes Tageslicht sollten vermieden
werden. Um Kontrast und Texte nicht durch unnötigen Lichteinfall zu
verschlechtern, sollte der Abstand zum Fenster etwa 1 m betragen.
Zu Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule kann es kommen, wenn
Ihr Monitor zu hoch eingestellt ist, da Sie Ihren Kopf zu sehr in den
Nacken legen. Grundsätzlich sollte also die Oberkante Ihres Monitors
in Augenhöhe liegen und der Bildschirm leicht nach hinten gekippt sein.
2. Halten Sie Abstand von Ihrem Monitor
Der ideale Monitorabstand beträgt zwischen 45 cm und 80 cm.
Hier einige Richtwerte:
15-Zoll Bildschirm : 50 cm Abstand
17-Zoll Bildschirm : 60 cm Abstand
19-Zoll bis 21-Zoll Bildschirm : 80 cm Abstand
3. Optimieren Sie die Einstellungen Ihres Monitors
Helligkeit und Kontrast Ihres Bildschirms sollten optimal eingestellt
sein. Text und Grafik sollten ohne Verzerrungen gestochen scharf zu
sehen sein. Bitte beachten Sie: Verändern Sie die Lichtverhältnisse in
Ihrem Büro oder Arbeitszimmer, müssen Sie diese Einstellungen wieder
korrigieren. Ganz wichtig: Ihr Monitor sollte Bilder flimmerfrei
wiedergeben können. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt sich eine
höhere Bildwiederholfrequenz oder wählen Sie eine kleinere Auflösung.
Achten Sie beim Neukauf eines Monitors, dass dieser eine
Wiederholfrequenz von 80 Hertz oder höher aufweist. Dann dürften Sie
überhaupt keine Probleme haben. Grundsätzlich gilt: Je größer der
Monitor, desto angenehmer wird es für die Augen
4. Sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung
Unabhängig davon das Reflexionen und Spiegelungen das Lesen von Texten
oder das Bearbeiten von Bildern am Computer stören, führen sie auch
dazu, dass PC-Benutzer Ihren Kopf häufiger verdrehen müssen. Das kann zu
Verspannungen im Nacken-, Rücken- oder Schulterbereich führen.
Beseitigen Sie störende Reflexionen durch Jalousien oder verändern Sie
den Neigungswinkel Ihres Bildschirms entsprechend. Sie sollten bei der
Arbeit am PC auf jeden Fall eine Lichtquelle
eingeschaltet haben. Hier empfiehlt sich eine Kombination aus direkt
strahlender Leuchte am Arbeitsplatz selbst und dem Hintergrundlicht
einer Deckenleuchte.
5. Der richtige Stuhl
Viele Schmerzen im Kopf - und Rückenbereich werden bei der
Computerarbeit durch den falschen Stuhl erzeugt. Der ideale Stuhl
hat eine gepolsterte Sitzfläche und läßt sich im Bereich von 40 cm bis
55 cm in der Höhe verstellen. Dabei sollte die Sitzfläche keinen Druck
auf die Oberschenkel ausüben. Eine gewölbte oder verstellbare
Rückenlehne unterstützt die natürliche Krümmung der Wirbelsäule und
schützt daher auch vor Rückenschmerzen. Sitzpolster sollten
überschüssige Wärme, die beim Sitzen entsteht, abgeben können.
Hebel zum Verstellen des Stuhl sollten bequem und ohne unnötige
Verrenkungen erreichbar sein. Die ideale Sitzhöhe: Oberschenkel
waagrecht auf dem Polster liegend, wobei die Füße flach auf dem Boden
aufsetzen. Der Winkel zwischen Oberarm und Unterarm sollte beim Sitzen
größer als 90 Grad sein. Der Anlehnpunkt Ihres Rückens sollte etwa
20 cm oberhalb der Sitzfläche liegen. Bitte beachten Sie:
Mit überkreuzten Beinen arbeiten, kann zu Durchblutungsstörungen führen.
"Ansicht eines optimalen Arbeitsplatzes"
6. Pausen
Zulange am Computer sitzen führt zu Verspannungen, da unsere Wirbelsäule
eigentlich Bewegung braucht. Nicht selten sind Bandscheibenschäden die Folge.
Bei mehrstündiger PC-Arbeit sollten Sie regelmäßig eine Pause einlegen und ein paar Schritte
gehen. Nutzen Sie die Mittagspause für einen kleinen Spaziergang oder ein paar Lockerungsübungen
7. Der Schreibtisch
Der Schreibtisch sollte so groß sein, daß für den Computer und sein Zubehör ausreichend
Platz vorhanden ist. Er sollte in der Höhe verstellbar, zwischen 65 cm und 78 cm hoch sein
und eine Mindestfläche von 160 cm mal 80 cm haben. Denken Sie daran Ihren Stuhl der Höhe Ihres
Arbeitstisches anzupassen. Achten Sie auch darauf, alle Kabel korrekt zu verlegen, um mögliche
Stolperfallen zu vermeiden.Der Bildschirm, die Tastatur und Ihr Arbeitsmaterial sollten auf dem
Schreibtisch möglichst nebeneinander liegen. Vermeiden Sie den ständigen Blickrichtungswechsel
Ihrer Augen. Grundsätzlich sollten auf dem Schreibtisch nur die Arbeitsmittel liegen, die Sie
gerade brauchen. Diese sollten mit ausgestreckten Armen erreichbar sein. Auch dadurch wird Ihr
Rücken geschont.
8. Das Tippen
Verdrehungen im Schulter- und Nackenbereich können Sie vermeiden,
indem Sie beim Tippen darauf achten, daß Ihre Schultern weder hochgezogen noch
angespannt sein müssen. Die Tastatur sollte etwa 5cm bis 10 cm hinter der Tischkante aufliegen,
damit Ihre Unterarme genügend Platz haben und Ihre Hände aufgelegt werden können. Achten Sie auch
auf die Qualität Ihrer Maus: Sie sollte handlich sein und ein langes Kabel haben, damit Sie sich
frei bewegen können. Ideal: Eine Funkmaus.
Zum Schluss
Computermonitore geben Strahlung ab. Um diese Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten,
wurden die Richtlinien MPR II und TCO aufgestellt, um die Höchstwerte für elektrische und
magnetische Felder rund um den Monitor festzulegen. Sollten Sie sich einen neuen Monitor zulegen,
achten Sie darauf ob dieser Monitor die Plakette TCO - 01 besitzt. Sie wird nur für Geräte
ausgegeben, die das zur Zeit strengste Prüfverfahren bestehen. Erstaunlicherweise sind diese
Monitore auch nur unwesentlich teurer, wie die meisten Monitor-Sonderangebote
“Die ergonomischte Arbeitsplatzgestaltung nutzt nichts,
wenn man eine unergonomische und verspannte Haltung dabei einnimmt”
....doch warum wird keine gesunde oder der Gesundheit förderliche
Haltung, auch wenn das Equipment noch so gut ist, eingenommen?
Die Erfahrung hat gezeigt, dass selbst ein großes Wissen über
“richtige” Haltung, “richtiges” Atmen und “richtige” Bewegung in der
Praxis eher selten umgesetzt wird. “Man” fällt doch wieder in “falsche”
Haltungen und Bewegungsabläufe zurück.
Verletzungen in Zusammenhang mit Computern entwickeln sich bei Usern
zu einer Epidemie. Die typischen Symptome reichen von Schmerzen im
Nacken über geschwollene Handgelenke bis hin zu tauben oder kribbelnden
Fingern. Schätzungsweise leiden weltweit bereits 25 Prozent aller
Computer-User an derartigen Verletzungen
Fit und gesund am Bildschirmarbeitsplatz
Praktische Tips zur Gesundheitsvorsorge am BAP
Augenübungen
Ziel:Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit, Kräftigung der
Augenmuskulatur, Vertreiben von Müdigkeit, Entspannung der AugenÜbung
Übung 1:
Zeigefinger in Augenhöhe halten, mit den Augen fixieren
Zeigefinger langsam von der Nase wegführen, bis der Arm gestreckt ist
und dabei Bewegung des Zeigefingers mit den Augen verfolgen
Verweilen
Zeigefinger langsam zur Nase zurückführen, dabei
Bewegung des Zeigefingers mit den Augen verfolgen
Blick von Zeigefinger lösen und in die Ferne blicken
Übung 2:
Augen mehrmals abwechselnd weit aufreißen und kräftig
zusammenkneifen
Augen mindestens 30 Sekunden geschlossen halten
Übung 3:
Augen schließen
An eine liegende Acht denken
Die Linien der Acht mit den Augen mehrmals linksherum bzw. rechtsherum nachzeichnen
Aufrecht sitzen, entspannen, Augen drei bis fünf Sekunden geschlossen
halten, dann folgende Übung jeweils dreimal durchführen:
so weit wie möglich nach oben und dann geradeaus blicken
tief nach unten und dann geradeaus sehen
weit nach rechts und anschließend geradeaus sehen
weit nach links und anschließend geradeaus sehen
Augen langsam im Uhrzeigersinn und entgegengesetzt kreisen lassen
abwechselnd vier Sekunden auf die eigene Nasenspitze und in die Ferne blicken
Übung 4:Brillenträger-Massage
Nicht nur für Brillenträger ist die Brillenträger-Massage nützlich.
Fassen Sie dazu mit Daumen und
Mittelfinger die Nasenwurzel und legen Sie den Zeigefinger etwas
darüber auf die Stirn.
Nun massieren Sie einfach für vielleicht zehn oder zwanzig Sekunden
diese Stelle mit sanftem Druck.
Übung 5:Palmieren.
Bedecken Sie beide Augen mit den Händen, so dass
kein Licht eindringen kann.
Drücken Sie nicht gegen die Augen!
Stellen Sie sich für zwei bis drei Minuten irgendwelche schöne, vor
allem farbige Gegenstände oder Landschaften vor
Entfernen Sie
dann ganz langsam die Hände von den Augen
Entfernen Sie die Hände so
langsam, dass kein Blendeffekt eintritt
Wenn sie sich geblendet fühlen
,dunkeln Sie lieber nochmals stärker ab
Diese Übung sollte ein bis zweimal täglich durchgeführt werden.
Übung 6:Die Stirn-Ohren-Linie.
Die Stirn-Ohren-Linie bezeichnet eine
einfache Massageübung.
Legen Sie dazu die Mittelfinger beider
Hände auf die Mitte der Stirn
Beginnen Sie dann unter sanftem
Druck eine leichte Massage in kreisenden Bewegungen. Bewegen Sie dabei
die beiden Finger immer weiter nach außen, dann über die Schläfen und
herunter bis zum unteren Ansatz der Ohren.
Nehmen Sie sich dazu
etwa 20 bis 25 Sekunden Zeit.
Gymnastische Ausgleichsübungen am Bildschirmarbeitsplatz
Vor Beginn der Übungen bitte folgende richtige Grundsitzhaltung einnehmen:
auf dem vorderen Drittel der Sitzfläche sitzen
Knie hüftbreit öffnen
Fußsohlen haben vollen Bodenkontakt
Fußspitzen zeigen leicht nach außen
Ober- und Unterschenkel bilden einen rechten Winkel
Blick ist nach vorn gerichtet
Arme und Schultern hängen locker nach unten
das Becken ist nach vorn gekippt
Das Kippen des Beckens bewirkt, dass Sie aufrecht sitzen. Wenn die Sitzhaltung stimmt,
spüren Sie die beiden Sitzbeinknochen.